| Fibromyalgie - die rätselhafte Schmerzkrankheit |
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Am Montag, dem 23.09.06, referierte Herr Dr. Hedderich, Internist, Rheumatologe und Rehabilitationsmediziner sowie Oberarzt an der Waldburg-Zeil Klinik "Klinik im Hofgarten" in Bad Waldsee, im Rahmen des AOK-Gesundheitsforums und auf Einladung der Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe Buchen vor zahlreichen interessierten Zuhörern über die neusten Erkenntnisse rund um das Thema "Fibromyalgie". Zunächst begrüßte Herr Fichter von der AOK Neckar-Odenwald den Referenten, Herrn Dr. Hedderich, die Gruppensprecherin der Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe Buchen, Frau Ulrike Genzwürker sowie das Ehepaar Uder aus Stuttgart als Vertreter des Fibromyalgie-Selbsthilfeverbandes Baden-Württemberg e.V. Anschließend legte Herr Dr. Hedderich zunächst die vielfältigen möglichen Ursachen für eine Fibromyalgie-Erkrankung dar. Diese reichen von familiärer Veranlagung über Gewalt- oder Missbrauchserlebnisse in der frühen Kindheit, Mobbing oder gewaltsamer Verlust eines Lebenspart-ners bis hin zu lokalen Schmerzen die sich zu generalisierten Schmerzen weiterentwickeln. Beim Fibromyalgie-Betroffenen speichert das körpereigene Schmerzgedächtnis kurzzeitig erlittene Schmerzen, so dass diese häufig auch nach Abklingen der ursächlichen Erkrankung anhalten. Der Schmerzfilter ist gestört, so dass selbst leichte Berührungen, ja selbst ein Streicheln oftmals als schmerzhaft empfunden wird. Herr Dr. HedderichEine Diagnose ist nur durch erfahrene Ärzte möglich. So lassen sich bei einem Fibromyalgiepatienten keine sogenannten Rheuma-Werte im Blut feststellen. Als Klassifikations-Merkmale gelten ausgeprägte Schmerzen am ganze Körper über mehr als drei Monate sowie eine Untersu-chung der Schmerzempfindlichkeit der sogenannten Tenderpoints (=empfindliche Punkte). Es wird Druck auf 18 genau definierte Tenderpoints ausgeübt. Als positive Klassifikation gilt, wenn mindestens 11 dieser 18 Punkte (schmerz-)empfindlich sind. Zur Diagnose ist dann eine sorgfältige Befragung des Betroffenen erforderlich. Die Symptome sind äußerst vielfältig und reichen neben den bereits erwähnten Schmerzen, die über den gesamten Körper verteilt auftreten, über Magen-Darm-Störungen, vermehrte Lärm-, Licht- und/oder Geräuschempfindlichkeit, Kopfschmerzen oder Migräne bis hin zu ausgeprägten Schlafstörungen, die dazu führen, dass der Patient sich nachts nicht erholen kann und dadurch unter Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und einem Gefühl der Zerschlagenheit leidet. Für die Behandlung gibt es leider noch kein Patentrezept. In jedem Falle muss die Behandlung "multimodal" (mehrgleisig) durchgeführt werden. Neben Medikamenten zur Schmerzlinderung und Muskelentspannung werden Antidepressiva in geringen Dosen zur Verbesserung des Nacht-schlafes eingesetzt. Daneben ist Bewegungstherapie unter strikter Beachtung der individuellen Schmerzschwelle zur Verbesserung der Muskelkraft und Ausdauer sowie Wärme- oder Kältebehandlung und Entspannungstraining sehr wichtig. Zur Schmerzbewältigung und einer Verbesse-rung der "Selbstwirksamkeit" kann eine psychotherapeutische Behandlung beitragen. v.l.n.r: Herr Fichter von der AOK Neckar-Odenwalt, Frau Uder vom Fibromyalgie-Selbsthilfeverband Baden-Württemberg e.V., Herr Dr. Hedderich, Frau Genzwürker, Gruppensprechering der Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe Buchen und Herr Uder, ebenfalls vom Fibromyalgie-Selbsthilfeverband Weiter ging Herr Dr. Hedderich noch auf die verschiedenen zur Behandlung von Fibromyalgiepatienten verwendeten Medikamente ein und erläuterte die Wirksamkeit der einzelnen Präparate. Für die Zukunft der Fibromyalgiepatienten wünscht Herr Dr. Hedderich sich besser ausgebildete Ärzte, welche eine beginnende Schmerzchronifierung frühzeitig erkennen und behandeln, flexiblere betriebliche Bedingungen, eine Bemessung des Grades der Behinderung danach, wie sehr die Erkrankung die Teilhabe der Betroffenen am (sozialen) Leben beeinträchtigt sowie eine Verbesserung der gutachterlichen Situation. Wichtig erachtet er insbesondere auch das Zusammenwirken von medizinischem Sachverstand und der Arbeit der Selbsthilfegruppen. Nach seinem interessanten und informativen Vortrag beantwortete Herr Dr. Hedderich abschließend noch zahlreiche Fragen der Gäste. Schon eine Stunde vor dem Vortrag hatte Interessierte die Möglichkeit, sich bei den Mitgliedern der Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe über die Arbeit der Gruppe und die Erkrankung zu informieren.
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